Jagderlaubnisschein

Vorschläge zu Formulierungen im Jagderlaubnisschein finden Sie unter „Formulare – Texte“.

 

Jede Art von Jagdeinladung bzw. jede Art der Duldung der Jagdausübung ist eine unentgeltliche Jagderlaubnis.

Diese kann formlos telefonisch oder mündlich von allen Mitpächtern (ansonsten Jagdwilderei) erteilt werden.  Dann muss der Jagdgast allerdings vom Revierinhaber begleitet werden, damit die Jagderlaubnis sofort nachgewiesen werden kann.

Die übliche Schriftform ist dann der „Begehungsschein“, der dauerhaft, oder zeitlich oder auch auf einen einzelnen Abschuss begrenzt werden kann.

Eine unentgeltliche Jagderlaubnis kann jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist widerrufen werden, da sie lediglich auf einer Gefälligkeit beruht.

 

Eine entgeltliche Jagderlaubnis ist immer schriftlich verfasst und beinhaltet weitere Rechte und Pflichten. Es dürfen je nach Landesrecht nur begrenzt entgeltliche Jagderlaubnisscheine ausgestellt werden.

Wie beim Begehungsscheines haben alle Mitpächter zu unterschreiben. Gleiches gilt für den Widerruf. Um Streit zu vermeiden, sollte bereits im Begehungsschein aufgenommen werden, dass auch ohne die Zustimmung anderer Mitpächter entgeltliche oder unentgeltliche Begehungsscheine entzogen werden können.

Lediglich persönliche Animositäten oder zivilrechtliche Streitigkeiten reichen nicht aus, um einen Begehungsscheininhaber von der Person her abzulehnen.

Eine entgeltliche Jagderlaubnis kann nur aus wichtigem Grund gekündigt werden; so z.B. bei Verstößen gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Jagd, Überschreiten der Abschussvorgabe oder Einziehung des Jagdscheins.

Jägern, die (noch) keinen entgeltlichen Begehungsschein erhalten können,  wird oft ein unentgeltlicher Begehungsschein verbunden mit einem sog. Hegebeitrag angeboten. Kommt es zum Streit, ob eine unentgeltliche Jagderlaubnis oder ein entgeltlicher Begehungsschein vorliegt, geht das Gericht entweder davon aus, dass  tatsächlich zwischen den Parteien eigentlich ein entgeltlicher Begehungsschein vereinbart werden sollte, oder das Gericht geht davon aus, dass lediglich im Rahmen einer unentgeltlichen Jagderlaubnis eine Spende für die Hegemaßnahmen gegeben wurde. Je nachdem kann der Jäger dann seinen Beitrag nicht zurückverlangen oder aber seine Spende teilweise zurückverlangen.

 

Eigentum am Wildkörper incl. Trophäe steht dem Gast oder dem Begehungsscheininhaber nicht zu; auch wenn ihm nach gutem alten Brauch u.a. die Trophäe überlassen wird.