Abschußplan beim Rehwild Argumente gegen überhöhten Abschuß

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Abschußplan beim Rehwild –
Argumente gegen überhöhten Abschuß

Ermittelte Verbiß, oder Beäsungsprozente können, für sich allein, keine Aussage beinhalten, ob ein Rehwildbestand zu niedrig oder zu hoch ist. (Urteil OLG Koblenz)

Andere bedeutende steuernde Faktoren bleiben dabei unberücksichtigt.

Der Abschuß kann sich nur an dem tatsächlichen Frühjahrsbestand und dem Zuwachs orientieren. (Ermittlung durch den Jagdausübungsberechtigten)

Andere bedeutende steuernde Faktoren:
Wasserläufe, Wasserflächen (Wasser als Quell allen Lebens)

Wildschaden ist häufig ein Zeichen dafür, daß der Lebensraum nicht intakt ist, vielfältige Störungen vorkommen, oder der Wildbestand zu hoch ist.

Revierbeunruhigungen sind ein nicht zu unterschätzender Faktor bezgl. der Biotopqualität.

Baumartenverteilung: Ein reines Nadelholzrevier bietet, ebenso wie ein reines Laubholzrevier dem Wild schlechtere Lebensbedingungen als, z.B. in Alter und Zusammensetzung der Baumarten reich strukturierte Bestände.

Natürliche Äsung: Ein Schwergewicht hinsichtlich der Biotopqualität. Um sie zu ermitteln wird die vegetationslose Zeit als Basis herangezogen. Landwirtschaftliche Flächen zählen auch dazu, sofern sie im Winter Äsung bieten. Wiederkäuendes Schalenwild muß im Rahmen seines artbedingten biologisch vorgegebenen Rhythmus ungestört Nahrung aufnehmen können, sonst entstehen des öfteren Eindrücke, die nicht dem tatsächlichen Wildbestand entsprechen.

Einstände, die gut verteilt Schutz und Deckung bietet, sowie Fallwild sind ebenfalls Indikatoren für die Biotopqualität. Letzteres kann andere Ursachen haben.

Nach der neuen Verordnung zum Hessischen Jagdgesetz vom 13. April 2000 wird den Hegegemeinschaften unter anderem in § 2 a „Aufgaben der Hegegemeinschaft“ unter 1. Erstellung von Lebensraumgutachten und gemeinsame Durchführung von Hegemaßnahmen vorgegeben.

Kriterien hierzu können sein: Ruhe, natürliche Äsung, Wildschaden, Einstände, Fallwild, Baumarten-Altersklassen und ihre Verteilung.