Abschussplan

Der Abschussplan richtet sich nach den Belangen der Land- und Forstwirtschaft – in § 21 BJG die Erschaffung bzw. Erhaltung eines gesunden und artenreichen Wildbestandes bei Vermeidung von Wildschäden und gleichzeitigem Schutz bestandsbedrohter Tierarten unter Beachtung regionaler Besonderheiten; gem. § 21 Abs. 2 BJG u.a. für Schalenwild. Der Antrag zum Abschussplan muss zum 1. April bei der Unteren Jagdbehörde eingereicht sein, die dann den abschussplan verbindlich festlegt. Mehr und mehr wird beim Rehwild darauf verzichtet.
Dabei wird der Zustand der Vegetation von den zuständigen Forstämtern in forstlichen Gutachten bewertet. Eine großflächige Abschussplanung nach § 21 Abs. 2 Satz 4 BJG ist zu gewährleisten.
Jeder Abschussplan ist ein Verwaltungsakt und kann innerhalb eines Monats nach Zustellung durch Widerspruch angefochten werden oder eben auch nicht. Solange die Untere Jagdbehörde die Begründetheit des Widerspruches prüft, gilt zunächst der festgesetzte Plan. Entweder hilft die Behörde dem Widerspruch ab, oder sie legt den Widerspruch der Oberen/Höheren Jagdbehörde vor. Hilft auch diese Behörde dem Widerspruch nicht ab, kann gegen den Widerspruchsbescheid Klage beim Verwaltungsgericht eingelegt werden. Es empfiehlt sich, im Konsens eine Abänderung des Abschussplanes zu erreichen.
Neben dem Jagdausübungsberechtigten und der unteren Jagdbehörde ist der sogenannte „Jagdbeirat“ nach § 21 Abs. 2 BJG in Verbindung mit § 37 BJG beteiligt. Nach § 37 BJG bilden jeweils ein Vertreter der Landwirtschaft, ein Vertreter der Forstwirtschaft, sowie ein Vertreter der Jagdgenossenschaften, der Jäger und der Naturschutzbehörde eines Kreises den Jagdbeirat, der sachverständig die Untere Jagdbehörde beraten soll.
Im Idealfall entspricht der Abschuss in etwa der Höhe des tatsächlichen Zuwachses. Dies ist beim Rotwild etwa 85 % des am 1. April vorhandenen Bestandes an Alttieren ohne Schmaltier, beim Rehwild etwa 100 % der Ricken und Schmalrehe. Üblicherweise erfolgt ein starker Eingriff in der Jugendklasse von 60 bis 70 % und ein vergleichsweise geringer Eingriff in der schonungswürdigen Mittelklasse von ca. 15 %, sowie ein Restabschuss in der Altersklasse „reifer“ Tiere in Höhe von 15 – 25 %. Angerechnet wird üblicherweise alles Fallwild. Reduktionsabschuss nach § 27 Abs. 1 BJG ist aufgrund Wahrnehmungsunterschiede meist sehr umstritten. Gegen eine Sofortvollzugsanordnung hat der Widerspruch bzw. eine entsprechend eingereichte Klage vor dem Verwaltungsgericht keine aufschiebende Wirkung. Beginnt der Abschuss nicht sofort, kann die Behörde Ordnungsgelder verhängen oder „Ersatzvornahme durch Dritte“, durchführen.
Die Überwachung erfolgt entweder durch eine sog. Streckenliste oder Einzelmeldung bis hin zu körperlicher Vorlage des Wildes.
Über- wie Unterschreitung des vorgegebenen Abschusses sind eine Ordnungswidrigkeit.
Allerdings kann der Betroffene nachweisen, dass er trotz seines Bemühens um die Erfüllung aus außerhalb seiner Einflusssphäre liegenden Gründen den Abschuss nicht erfüllen kann; z.B. wenn Rotwild die ursprünglichen einstände verlassen hat. Dabei sollte gegenüber der Unteren Jagdbehörde der Umfang der eigenen jagdlichen Aktivitäten belegt werden usw.